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Rüberkommen hier, Westerwelle. Keine Angst! (Welt Online)
Link: http://www.welt.de/politik/deutschland/article4057997/Rueberkommen-hier-Westerwelle-Keine-Angst.html
Kommentar auf Welt Online (welt.de) zu gleichnamigem Artikel,
ursprünglich auf Kommentar Seite 8:
Es gibt mehr als einen Weg aus der gegenwärtigen Misere, deren sichtbarstes Symptom die sogenannte "Bankenkrise" ist, die aber wesentlich tiefer geht als dieses Symptom.
Man muß der FDP lassen, daß sie zur Zeit die einzige Partei ist, die etwas hat, daß den Begriff "Konzept" verdient. Ich persönlich würde, wenn ich an Wachstum und Geld als Ware glauben würde, der FDP eine Chance geben. Aber eben nur WENN.
Natürlich "glaube" ich, wie jeder vernunftbegabte Mensch der sich die Mühe macht mal Nachzudenken, vielleicht so gar einmal zu Rechnen, NICHT daran daß Wirtschaften unter der Prämisse quantitativen Wachstums auf Dauer funktioniert. Ein Blick auf die globale Rohstofflage und Bevölkerungsentwicklung zeigt, daß dieser Unglaube gerechtfertigt ist, denn die dadurch initiierte Verschwendung läßt sich nicht dauerhaft aufrecht erhalten.
Mit anderen Worten, grundsätzlich traue ich der FDP zu positive Impulse für das bestehende System geben zu können, nur, dieses "System" hat keine Zukunft. Dazu kommt, daß die FDP eben jener Klientel, die für die aktuelle Krise verantwortlich ist, besonders zugetan ist - nicht unbedingt vertrauenerweckend. Es ist kein Zufall, daß den FDPlern, bei allen liberalen Attributen wie die Wertschätzung der Kultur zum Beispiel, stets der Stallgeruch des Versicherungsmaklers und Bankberaters anhaftet, der Parteitag, rein "zufällig" in der "AWD-Stadt" Hannover, hat dies einmal mehr eindrucksvoll gezeigt.
Und schließlich, obwohl ich erwarte daß die FDP bei der BTW ihr bestes Ergebnis seit Bestehen einfahren wird, wird sie nur der Juniorpartner in einer Koalition mit der CDU/CSU sein. So, und das übersehen viele konservative Wähler, wie sich die FDP auf dem Parteitag in Hannover positioniert hat, ist sie nur sehr bedingt kompatibel mit den Königskindern Merkel - Seehofer, und nach so langer Abwesenheit von der Macht, ist es unwahrscheinlich, daß die FDP im Streitfall zurück in die Opposition gehen würde, d.h. es wird nicht viel FDP geben in einer Koalition und damit können auch die Konzepte der FDP nicht greifen...
Daher ist jede Stimme für die FDP in Wirklichkeit eine Stimme für die CDU/CSU, und daß kann ja nun wirklich niemand ernsthaft wollen, das irgendeinde Partei der großen Koalition die Gelegenheit erhält den Karren noch weiter in den Dreck zu fahren...