| « Steuerlast - Der staatliche Raubzug gegen die Mittelschicht | Werte-Dialog - Vom Glauben an einen ethischen Kapitalismus » |
Jahrhundert-Projekt Wüstenstrom bedroht deutsche Solardächer
Link: http://www.welt.de/wirtschaft/article4113029/Wuestenstrom-bedroht-deutsche-Solardaecher.html
Kommentar auf Welt Online (welt.de) zu gleichnamigem Artikel,
ursprünglich auf Kommentar Seite 15:
Bereits 1895 ging in Budapest das erste Dampfkraftwerk in Betrieb, das bedeuted nichts anderes, als das wir seit 114 Jahren ohne Sinn und Verstand fossile Brennstoffe zur Produktion von elektrischem Strom VERSCHWENDEN.
Wir könnten längst eine saubere, "elektrische" Gesellschaft haben und würden Erdöl hauptsächlich in der Chemie benötigen, nicht aber zum Transport oder - völlig wahnwitzig - zur Stromerzeugung.
Ein Vorstoß wie "Desertec" ist daher grundsätzlich nur zu begrüßen.
Trotzdem gilt es eine Reihe entscheidender Fragen zügig zu klären. Unseren Energiebedarf mit Hilfe der Sonne zu decken ist, soweit heute erkennbar, ohnehin der beste Weg für die Zukunft, bei einem räumlich so konzentrierten Projekt jedoch, stellt sich die Frage des thermischen Einflußes auf die lokale und davon weiterhin beeinflußte Atmosphäre - dazu habe ich bisher noch nichts gelesen.
Die hier ebenfalls wiederholt gestellte Frage nach der geostrategischen Weisheit, Europa in eine neue Anhängigkeit von instabilen, despotischen Regimen zu führen, ist nicht nur willkommene Munition für Gegner des Projekts, sie ist vor allem eine berechtigte Frage, die an mehr rührt, als nur Energiepolitik.
Ein paraller Ausbau von DEZENTRALER, möglichst PRIVATER alternativer Energiequellen in Europa, wird durch Projekte wie "Desertec" jedenfalls nicht überflüssig, sondern im Gegensatz, aufgrund der geopolitischen Gegebenheiten, umso dringender.